Rookie des Monats: Eiskunstläuferin Nicole Schott (17)

Die Eisprinzessin aus Katernberg

Kategorie: Rookie des Monats

Die Eisprinzessin aus Katernberg
Rookie des Monats: Eiskunstläuferin Nicole Schott (17)

 

Eiskunstläuferin Nicole Schott (18) lebt den Traum  vieler junger Mädchen: Sie schwebt scheinbar mühelos und elegant wie eine Elfe über das Eis und gewinnt einen Wettkampf nach dem anderen.  Mittlerweile zählt sie zu den besten Läuferinnen Europas. Ihr großer Traum sind die Olympischen Spiele 2018.

 

 

Vor einem Monat hat sie noch den  Ruhrcup in Essen gewonnen. Und erst vor ein paar Tagen ist sie mit der Goldmedaille von einem internationalen Wettkampf aus Rumänien zurückgekehrt. Heute ist die zierliche Eiskunstläuferin Nicole zu Gast in der Rookie-Redaktion und erzählt von ihrer Leidenschaft, dem Eiskunstlauf und wie sie das harte Training und die Wettkämpfe mit ihrem Privatleben vereinbaren kann.

 

Was sind deine größten Erfolge bisher im Eiskunstlauf?

Mein größter Erfolg bisher ist die Deutsche Meisterschaft, die ich 2012 gewonnen habe. Außerdem bin ich 2011 bei der internationalen Juniorenmeisterschaft in Südkorea dabei gewesen und wurde deutsche Nachwuchsmeisterin 2009.

Wie bist du zum Eiskunstlauf gekommen?

Mein Papa war früher Profi-Eishockeyspieler und hat mich schon sehr früh mit in die Eishalle genommen. Aber nicht nur von meinem Vater habe ich diese Leidenschaft. Meine ganze Familie läuft Eis. Eigentlich spielen alle Männer Eishockey und alle Frauen sind Eiskunstläuferinnen (lacht). Daher lag das bei mir natürlich auch nahe. Sobald ich laufen konnte, stand ich auch schon auf dem Eis. Von da an entwickelte sich das immer weiter und ich fing an, professionell zu trainieren und mein Talent  zu entdecken. Meine jüngere Schwester Vivienne ist auch erfolgreiche Eiskunstläuferin. Wir fahren oft gemeinsam zu Wettkämpfen.

Was machst du neben dem Eiskunstlauf?

Im Moment mache ich mein Fachabitur in Bewegungspädagogik. Danach möchte ich am liebsten Physiotherapie oder Sportwissenschaften studieren. Sport ist einfach meine Leidenschaft, daher möchte ich später auch auf jeden Fall beruflich in diese Richtung gehen. Außerdem würde ich später selbst gerne Eiskunstlauf-Trainerin werden.

Kann man denn vom Eislaufen nicht leben wenn man erfolgreich ist?

Nein, davon kann man leider nicht leben. Dafür ist der Sport einfach in Deutschland nicht populär genug. Hier gibt es nur den Fußball (lacht). In Russland zum Beispiel ist das anders, da ist der Eiskunstlauf sehr beliebt. Die meisten Eiskunstläuferinnen beenden ihre Karriere daher mit rund 26 Jahren. Meistens wird dann der Fokus mehr auf Beruf und Familie gelegt. Oft geht es auch körperlich irgendwann einfach nicht mehr. Man hat ständig Verletzungen. Das ist bei mir sogar schon jetzt so – ich wandle ständig von einer zur nächsten Verletzung (lacht). Deswegen ist es wichtig, sich ein zweites Standbein aufzubauen und eine vernünftige Berufsausbildung zu machen.



Hast du ein sportliches Vorbild?

Ja, mein Vorbild ist Carolina Kostner. Sie läuft für Italien und wurde 2012 Weltmeisterin. Das Schöne ist, dass ich sie sogar persönlich kenne, da wir oft zusammen in Oberstdorf trainieren. Für mich ist das natürlich eine große Ehre und motiviert mich sehr. Dadurch, dass die Eiskunstlauf-Community in Europa eher klein ist, kennt man sich mit der Zeit. In Oberstdorf ist ein Eissportzentrum, wo Läufer aus ganz Europa gemeinsamen trainieren. Es ist immer wieder super interessant alle kennenzulernen und ich bin immer in Ferien dort um zu trainieren.

Wie ist dein typischer Tagesablauf?

Ich trainiere sechs mal in der Woche. Morgens habe ich Schule, nachmittags Training und Abends falle ich kaputt ins Bett. Das ist natürlich ein sehr strammer Tagesablauf. Ich trainiere in meinem Verein (Essener Jugend-Eiskunstlauf Verein) zusammen mit anderen Läuferinnen. Neben dem Eislaufen trainieren wir natürlich auch Ballett, Tanzen, Athletik und Ausdauer. Im Sommer gehen wir auch mal Inlineskaten. Neben der körperlichen Fitness spielt die Konzentration eine große Rolle. Daher passieren die meisten Fehler auch oft am Ende einer Kür, wenn die Konzentration nachlässt.

Das erfordert sicherlich viel Disziplin. Wie schaffst du das?

Natürlich muss ich ab und zu mal auf mein Privatleben oder Partys verzichten, aber nur während der Saison. Nach den Wettkämpfen wird selbstverständlich auch gefeiert! Ich finde das aber auch gar nicht schlimm, und es fühlt sich nicht wie ein Verzicht an, weil ich ja das tue, was ich will und ich mich dafür entschieden habe. Man kriegt das alles schon irgendwie unter einen Hut. Vor allem unterstützt mich meine Familie dabei natürlich sehr. Das geht den meisten Eisläuferinnen anders. Viele  Mädchen hören in meinem Alter mit dem Eislaufen auf. Schule, Pubertät, Jungs und andere Sorgen treten dann schnell in den Vordergrund. Wenn man diese Phase allerdings übersteht und trotzdem weitermacht, hat man es quasi geschafft. Das ist so das Schwierigste um erfolgreich zu sein - in dieser Phase dranzubleiben.

Wie bringst du deine Wettkämpfe mit der Schule unter einen Hut?

Ich bin ziemlich oft für einige Tage bei Wettkämpfen und werde dann vom Unterricht freigestellt. Das kommt so ein bis zwei mal im Monat vor. Meine Schule unterstützt mich da zum Glück voll und ganz. In den Ferien bin ich dann immer im Trainingslager in Oberstdorf. Letzten Sommer war ich sogar im Trainingslager in Vancouver. Dort habe ich wieder neue Erfahrungen gesammelt und neue Motivation geschöpft, weil es dort ganz andere Trainingsmöglichkeiten gibt.

Hast du schon mal Paarlauf ausprobiert?

Ja, das habe ich auch schon mal gemacht und ich finde es auf jeden Fall sehr schön. Allerdings wäre das nichts für mich. Erstens bin ich dafür zu groß ... (lacht). 

Mit 1,64m ist man zu groß?

Ja, ich bin zwar nicht wirklich groß, aber für den Paarlauf darf man nur maximal 1,60m sein als Frau. Der Mann muss die Frau ja schließlich die ganze Zeit durch die Luft werfe, und deswegen muss man dafür ein ganz zierliches Püppchen sein. Und zweitens ist es sehr schwierig für den Paarlauf den richtigen Partner zu finden. Das ist wie im echten Leben (lacht).

Wie sehen deine sportlichen Ziele aus?

Ich glaube für jeden Sportler, der seinen Sport professionell betreibt, ist Olympia das große Ziel. Ich würde unheimlich gerne auch mal bei Olympia dabei sein, und darauf arbeite ich hin. 2018 in Südkorea dabei zu sein, würde einen sehr großen Traum von mir erfüllen. Wir werden sehen ob ich es schaffe!

 

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