Der Effekt der bloßen Darstellung

Ratgeber: Mach dich nicht unsichtbar!

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Ratgeber: Mach dich nicht unsichtbar!
Der Effekt der bloßen Darstellung
 
Wie verhalte ich mich im Job so, dass ich den beruflichen Aufstieg schaffe? Wie mache ich mich beim Chef beliebt? Die Sache ist ganz einfach: Wir alle ticken nach festen Regeln, die wir zu unserem Vorteil nutzen können. Mach dich sichtbar durch den »Effekt der bloßen Darstellung«.

 

Sonderurlaub, Beförderung, Gehaltserhöhung – manche Leute bekommen vom ihrem Chef immer, was sie wollen. Aus einem einfachen Grund: Der Chef kann sie gut leiden. Natürlich würde er abstreiten, dass er sich von Sympathien leiten lässt – doch genau so ist es.

Überall im  Leben gilt die einfache Regel: Wer dich mag, der hilft dir. Damit dein Chef dich also mag, brauchst du ihm weder in der Mittagspause den Rücken zu massieren, noch ihm Komplimente für seine tolle Frisur zu machen.

Zwar könnte das auch helfen, aber das menschliche Gehirn tickt viel einfacher: Es liebt es alles, was ihm vertraut ist. Es ist faul, unbekanntes ist ihm zu anstrengend. Daher mögen wir Menschen einfach automatisch lieber, je öfter wir sie sehen. Denn das macht sie uns vertrauter und steigert somit die Beliebtheit. In der Psychologie ist das Phänomen bekannt als »Effekt der bloßen Darstellung«.

Folgendes Experiment hat den Effekt bewiesen: Man schleuste Lockvögel in eine Uni-Vorlesung ein. Sie saßen einfach nur da, redeten mit keinem und beteiligten sich nicht am Unterricht, Unterschiedliche Lockvögel nahmen unterschiedlich oft an der Vorlesung teil. Hinterher zeigte man den echten Studierenden Fotos der Lockvögel und fragte sie, wie sympathisch sie die abgebildete Person jeweils finden. Das Ergebnis: Je öfter ein Lockvogel einfach nur anwesend war, desto sympathischer und attraktiver erschien er den anderen. Man kennt es auch aus der Schule, wo die stillen Mitschüler meist eine gute Note bekamen. Das Geheimnis lautet also: Sei einfach dabei!

Fragt dein Chef also »Wer kommt mit zum Mittagessen?«, dann versteck dich nicht wieder  hinter deinem Laptop sondern gehe mit ihm. Mache nicht morgens den Umweg durchs halbe Gebäude, um deinem Chef bloß nicht zu begegnen. Gehe lieber an seinem Büro vorbei und begrüße ihn kurz. Nimm an Besprechungen teil, auch wenn diese total überflüssig sind.

Der Chef ist auch nur ein Mensch. Viele Mitarbeiter gehen auf Distanz zu ihm, aus Obrigkeitshörigkeit oder aus Angst, etwas falsch zu machen. Und sie machen es dadurch schwieriger, vom Chef gemocht zu werden. Hab also keine Angst, mach dich sichtbar und sei dabei. Und wenn du schon dabei bist, ist ein bisschen schleimen zwar kein Muss, aber auch  nicht verboten. Auch ein Chef freut sich, wenn er gefragt wird, ob er ein schönes Wochenende hatte oder wenn man ihm zu seinem Geburtstag gratuliert.

Der »Effekt der bloßen Darstellung« gilt übrigens auch für andere Führungskräfte, die dich vielleicht bisher noch gar nicht persönlich kennen, aber ein Wörtchen bei Arbeitsplanungen und bei Beförderungen mitreden. Auch bei ihr kannst du jetzt schon Sympathiepunkte sammeln, indem du ihnen möglichst oft begegnest, zum Beispiel auf dem Flur oder am Kaffeeautomaten. Kommt dann der Moment der Entscheidung, werden die Leute dich bereits heiß und innig lieben – ohne dass sie dich überhaupt richtig kennengelernt haben.

Wichtig ist, dass die erste Begegnung wenigstens neutral war. Kann dich jemand also schon beim ersten Treffen, z. B. beim Vorstellungsgespräch, nicht ausstehen, dann verstärkt sich die Abneigung nur noch weiter. Der Schuss kann also auch nach hinten losgehen. Aber wenn das Vorstellungsgespräch schon schlecht lief, dann wirst du den Job  vermutlich auch gar nicht bekommen haben.

Der Effekt gilt übrigens auch für Aussagen: Wir halten sie tatsächlich für wahrer, je öfter wir sie hören. Wiederhole also immer wieder, was gut für dich ist und du wirst von deinen Kollegen Recht bekommen.

 

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