Der langsame, aber richtige Weg zurück in den Profifußball.

RWE: Neuaufbau ist angesagt!

Kategorie: Aktuelles

RWE: Neuaufbau ist angesagt!
RWE: Neuaufbau ist angesagt!

Früher liefen ruhmreiche Spieler in den rot-weißen Trikots auf. Idole der Region, sogar Helmut Rahn als der Held der Nation trug das Leibchen mit dem prägnanten Vereinssysmbol. Rot-Weiss Essen ist den Fußballfans noch immer ein geläufiger Name, auch wenn die Gegner nicht mehr Bayern München oder Hamburger SV, sondern Sportfreunde Lotte oder FC Kray heißen.

Tradition, die sich nicht klein kriegen lässt

Dabei standen die Vorzeichen für den Verein schon mehrmals äußerst ungünstig. Wie eine Vielzahl anderer Westklubs aus der Region, hat sich auch RW Essen finanziell verhoben, nicht nur einmal. Wie ein angezählter Boxer taumelte der Klub jahrelang, um sich mit einem Fünkchen Hoffnung nach Besserung immer wieder aufzurappeln. Bereits 1991 musste der Verein, der 36 Jahre zuvor als erster deutscher Club im internationalen Vergleich „Europapokal der Landesmeister“ vertreten war, aufgrund eines Lizenzentzugs den Gang aus der 2. Bundesliga in die damals noch drittklassige Regionalliga antreten. Ein Aufstieg und einige manipulierte Unterlagen im nächsten Lizenzverfahren später wiederholte sich der traurige Gang in Richtung fußballerischer Bedeutungslosigkeit.

Insolvenz und Neuanfang

2004 und 2006 feierten die Essener kurzzeitig mit dem Aufstieg in die 2. Liga Erfolge, die jedoch nie von Dauer waren. 2007 verpassten die Westdeutschen sogar die Qualifikation zur neu eingeführten 3. Liga und mussten fortan eine Klasse tiefer starten. 2010 dann der Insolvenzantrag, der für manch anderen Club der Sargnagel gewesen wäre. Über zwei Millionen Euro fehlten dem Verein, um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. Doch der Neustart in der NRW-Liga glückte, seit 2011 ist Rot-Weiss Essen wieder in der Regionalliga. Während andere Mannschaften in der Eliteliga des deutschen Fußballs Woche für Woche Millionen in ihren Bann ziehen und diese auf die Spiele dutzende Live-Wetten abschließen, werden in Essen bewusst erstmal kleinere Brötchen gebacken.

Fußballverrückt durch und durch

Trainer Marc Fascher weiß um seine Aufgabe: Den Fußball in Essen wieder nach oben bringen. Aber ohne die in früheren Zeiten durchaus üblichen finanziellen Kraftakte, die ein großes Risiko in sich tragen. Mit vernünftiger Konsolidierung und dem Aufbau einer lokalen Identität versucht der Verein, wieder zu seinen Wurzeln in dieser fußballverrückten Stadt zurückzufinden. Es ist der langsame, aber auch richtige Weg, zurück in den Profifußball.

Bild: © istock.com/mikkelwilliam

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