TV-Koch Nelson Müller erklärt, wie er es zum Gourmet-Koch schaffte.

Wie wird man eigentlich Gourmet-Koch?

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Wie wird man eigentlich Gourmet-Koch?
Sternekoch Nelson Müller
Nelson Müller ist ein Mann mit Talent und Leidenschaft. Der 1979 in Ghana geborene Essener liebt das Kochen, welches er schließlich zum Beruf machte. Wir wollten vom beliebten TV-Koch wissen: »Wie hast du es zum Gourmet-Koch geschafft«?

 

Nelson, wann hast du festgestellt, dass du Koch werden möchtest?

Ich hatte schon als Kind eine riesige Begeisterung fürs Kochen und habe damals liebend gerne mit meinen Eltern zusammen gekocht. Mein Vater hatte einen kleinen Bauernhof, dort haben wir im Urlaub viel Zeit verbracht und das Gemüse aus dem Garten in der Küche verwendet. Das Essen ist Teil meiner Lebensqualität. Ist es nicht ein  tolles Ritual, wenn man gemeinsam leckere Sachen kauft oder aus dem eigenen Garten erntet, dann gemeinsam kocht und anschließend mit der ganzen Familie am Tisch beisammen sitzt? Ich habe das immer äußerst genossen. Aber erst mit 15 Jahren habe ich dann bei einem Schulpraktikum festgestellt, dass ich meine Leidenschaft tatsächlich zu meinem Beruf machen möchte.

 

Wie startete deine Karriere schließlich?

Als mich die Kochleidenschaft dann richtig gepackt hatte, habe ich im Sterne-Restaurant »Bodendorf‘s« auf Sylt eine Ausbildung zum Koch gemacht. Später perfektionierte ich mein Handwerk im »Résidence« in Essen und lernte von den Sterneköchen. In dieser Spitzengastronomie durfte ich sechs Jahre lang arbeiten. Das war eine tolle Erfahrung in einem Restaurant zu lernen, das zu den Besten in ganz Deutschland zählt. 2007 eröffnete ich dann meine eigene Kochschule, die überraschend erfolgreich anlief und mir einige TV-Auftritte bescherte. Das gab mir dann die Energie meinen Traum von einem eigenen Restaurant zu verwirklichen. Zwei Jahre  später eröffnete ich dann das Restaurant »Schote« in Essen. Ein passender Zeitpunkt, denn das Jahr der Kulturhauptstadt stand kurz bevor und ich dachte: »Entweder jetzt oder nie.«

 

Hast du eigentlich ein Lieblingsrezept?

Nein. Aber das ist Teil meiner Philosophie. Je nach Gefühlslage entscheide ich, worauf ich Lust habe. Gerichte erzählen Geschichten und erinnern mich an Augenblicke aus meiner Kindheit oder Jugend. Im Herbst präferiere ich schöne deftige Eintöpfe und richtige Hausmannskost, im Sommer dann etwas leichtes, wie Paella. Das erinnert mich dann an Urlaub.

 

So beschreibst du es ja auch in deinem Buch »Body and Soul«, das im Oktober erscheint. Was erwartet die Leser?

Das Konzept des Buches spiegelt diese Einstellung wider. Die Kapitel sind aufgeteilt in Stationen meines Lebens. Zu jedem Gericht gibt es kleine Anekdoten. Und als Bonus gibt es sogar eine CD mit vier Songs von mir.

 

Nelson, hast du am Ende noch einen Tipp für unsere Leser, die ihren Traum vom Koch auch verwirklichen möchten?

Am besten sollte man mit Praktika anfangen und so in den Beruf reinschnuppern. In einer Küche zu arbeiten ist sehr stressig und der Ton auch schon mal rauer. Das Wichtigste dabei ist, sich zusammenzureißen und diese harte Zeit gut durchzustehen. Man sieht heute im TV häufig nur die Sonnenseite dieses Jobs, aber man muss sich bewusst machen: Der Beruf des Kochs ist anstrengend und mit viel physischem Druck verbunden der richtig an die Substanz geht. Aber auf der anderen Seite kann man seine Kreativität ausleben. Wenn man sich für diesen Job entscheidet, dann rate ich, nicht bei dem ersten Sturm aufzugeben. Es lohnt sich oft im Leben auch mal zu kämpfen und die Zähne zusammenzubeißen.



Nelson Nutakor ist in Ghana geboren und nahm den Nachnamen seiner Pflegefamilie an, als er mit vier Jahren nach Deutschland kam. Im Restaurant »Schote« in Essen kann man sich von ihm bekochen lassen.


 

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